Bundesseminar 2012 Stuttgart

Diversity in Verwaltung & Wirtschaft

Das Bundesseminar Stuttgart markierte einen wichtigen Punkt in der Vernetzungsarbeit von VelsPol Deutschland. Im Fokus stand die Landeshauptstadt Baden-Württembergs, die eindrucksvoll aufzeigte, wie Diversity-Management erfolgreich in die öffentliche Verwaltung und große Wirtschaftsunternehmen integriert werden kann.

Diversity-Management in der Landeshauptstadt Stuttgart

Ein zentraler Programmpunkt war der Beitrag von Dr. Matschke. Sie stellte das umfassende Programm für Diversity und Diversity-Management der Stadt Stuttgart vor. Dabei wurde deutlich, wie diese Konzepte schrittweise in die öffentliche Verwaltung eingebettet wurden, um ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld zu schaffen. Für die Teilnehmenden war es besonders aufschlussreich zu sehen, welche strukturellen Maßnahmen eine Großstadtverwaltung ergreifen kann, um Vielfalt aktiv zu fördern.

Regenbogenfamilien: Kinderwunsch und rechtliche Situation

Ein weiteres wichtiges Thema wurde von Katharina Doumler (LSVD Deutschland e.V. – Bundesvorstand) präsentiert. Unter dem Titel „Regenbogenfamilien“ stand der Kinderwunsch von Lesben und Schwulen im Mittelpunkt.

In ihrem Vortrag erläuterte sie anschaulich:

  • Die verschiedenen Möglichkeiten der Adoption.

  • Modelle der gemeinsamen Elternschaft.

  • Die aktuelle rechtliche Situation in unserer Gesellschaft.

Dieses Thema stieß auf großes Interesse, da die rechtliche Absicherung von Regenbogenfamilien nach wie vor ein hochaktuelles Anliegen für viele Kolleginnen und Kollegen ist.

Blick über den Tellerrand: Internationale Rechtslage

Katharina Doumler gab zudem einen tiefen Einblick in die internationale Arbeit des LSVD und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung. Besonders die Berichte über die Situation in Russland hinterließen einen bleibenden Eindruck. Aufgrund eines damals neuen Gesetzes, das die Aufklärung über Homosexualität unter Strafe stellt, haben es Aktivisten dort extrem schwer.

Eindrucksvolle Filmdokumente und Bilder verdeutlichten den Teilnehmenden, dass die Diskriminierung außerhalb Deutschlands – und nicht nur in Russland – oft existenzbedrohende Ausmaße annimmt. Diese internationale Perspektive schärfte das Bewusstsein für die globale Solidarität innerhalb der Community.

Networking mit der Wirtschaft: Vielfalt bei Daimler

Ein Highlight im Bereich Networking war das Treffen mit Vertretern von Gl@D (Gays and Lesbians at Daimler). Peter Schreiner von Gl@D legte dar, wie ein weltweit operierendes Unternehmen mit dem Thema Diskriminierung umgeht.

Es wurde deutlich, dass Diversity bei Daimler großgeschrieben wird. Schwule und lesbische Mitarbeiter werden aktiv in das Unternehmen eingebettet und als Bereicherung für die Unternehmenskultur gesehen. Der Austausch zeigte, dass moderne Unternehmen Vielfalt längst als Wettbewerbsvorteil erkannt haben – eine Erkenntnis, die auch für die polizeiliche Organisationskultur von großer Bedeutung ist.

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