Bundesseminar 2010 Schloss Bettenburg

Neue Impulse für die Polizeiausbildung

Das Bundesseminar 2010 Schloss Bettenburg markierte einen bedeutenden Fortschritt in der Arbeit von VelsPol Deutschland. Vom 21. bis zum 24. Oktober 2010 versammelten sich 25 Polizistinnen und Polizisten aus Deutschland und der Schweiz im malerischen Unterfranken (Bayern). In der historischen Atmosphäre von Schloss Bettenburg bei Hofheim wurden zukunftsweisende Strategien für die polizeiliche Aus- und Fortbildung entwickelt.

Hochrangige Unterstützung in Bayern

Die Bedeutung der Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit prominenter Gäste unterstrichen. Der Bürgermeister von Hofheim, Herr Borst (CSU), richtete seine Grußworte persönlich an die Teilnehmenden. Ebenso sprach Polizeirat Hornung, in Vertretung der Polizeipräsidentin von Unterfranken, zu den anwesenden Kolleginnen und Kollegen. Diese offizielle Anerkennung zeigt, dass die Themen von VelsPol zunehmend Gehör in der Behördenleitung und Politik finden.

Workshops: Ein neues Konzept für die Aus- und Fortbildung

Ein zentraler Schwerpunkt beim Bundesseminar 2010 Schloss Bettenburg war die inhaltliche Arbeit am Thema „Homosexualität in der Polizei“. In intensiven Workshops tauschten die verschiedenen Landesverbände ihre Erfahrungen aus und gaben einen Überblick über ihre bisherige Arbeit.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist wegweisend: Eine Arbeitsgruppe stellt in den kommenden Wochen eine umfassende Konzeption zur Information über Homosexualität zusammen. Dieses Material wird den Landesgruppen zur Verfügung gestellt, um es bundesweit in die polizeiliche Aus- und Fortbildung zu integrieren.

Wichtige Inhalte der neuen Konzeption:

  • Grundlagen zur sexuellen Identität im Dienstalltag

  • Strategien zur Akzeptanzförderung in den Dienststellen

  • Maßnahmen zur Bekämpfung von Hatecrime (Hasskriminalität)

  • Best-Practice-Beispiele aus den einzelnen Bundesländern

Gastreferenten: Politische Visionen und historische Einblicke

Zwei Gastvorträge hinterließen bei den Teilnehmenden einen besonders nachhaltigen Eindruck und sorgten für tiefgreifende Diskussionen.

Akzeptanz sexueller Vielfalt: Das Berliner Modell

Klaus Lederer, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, stellte die Senatsinitiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ vor. In der Diskussion wurde deutlich, dass dieses Programm als Vorbild für alle Bundesländer dienen sollte. Gleichzeitig verdeutlichte der Vortrag, wie herausfordernd der politische Kampf für die Gleichstellung von Homosexuellen nach wie vor ist.

Homosexualität in der DDR

Ein weiteres Highlight war der Bericht des Bürgerrechtlers Eduard Stapel. Er schilderte eindrucksvoll seine eigenen Erfahrungen zur Situation Homosexueller in der DDR. Sein spannender Vortrag bot wertvolle historische Perspektiven und mahnte zur Wachsamkeit gegenüber Diskriminierung.

Empowerment: Die Coming-out Runde

Neben der fachlichen und politischen Arbeit kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz. Wie in jedem Jahr fand eine „Coming-out Runde“ statt. Dabei wurde erneut deutlich, dass viele Kolleginnen und Kollegen in ihren Heimatdienststellen noch immer mit Schwierigkeiten und Ängsten zu kämpfen haben.

Das Bundesseminar 2010 Schloss Bettenburg erfüllte hier eine wichtige Funktion: Es machte Mut und stärkte den Zusammenhalt. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass diese Seminare eine unverzichtbare Kraftquelle für den Dienstalltag sind.

Fazit und Ausblick

Das 17. Bundesseminar war ein voller Erfolg für die Vernetzung und die fachliche Weiterentwicklung. Die erarbeiteten Konzepte werden die Arbeit in den Landesverbänden nachhaltig prägen. Für viele Teilnehmende steht bereits fest: Ein Wiedersehen gibt es beim 18. Bundesseminar im Juli 2011 in Leipzig.

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