VelsPol Bundesseminar 2008 München
Ein entscheidender Moment für den Bundesverband
Das Bundesseminar 2008 München war ein entscheidender Moment für den Bundesverband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter in VelsPol Deutschland. Vom 10. bis 13. Juli 2008 lud der Verband seine Mitglieder zum 15. alljährlichen Bundesseminar in die bayerische Landeshauptstadt ein. Das Ziel war klar: öffentlich Gesicht zu zeigen und die Gründung einer Landesgruppe VelsPol Bayern (heute VelsPol SÜD) zu realisieren.
Ein Seminar mit besonderen Herausforderungen
Die Einladung zum Bundesseminar 2008 München war jedoch mit Sorgen verbunden. Maik Exner-Lamnek vom Bundesvorstand erklärte, man habe gewusst, dass sich viele Kolleginnen und Kollegen „nicht wohlfühlen werden“, nach München zu kommen.
Die Gründe hierfür sind tiefgreifend. Sich öffentlich zu bekennen, homosexuell und Polizeibediensteter zu sein, kann ernsthafte Folgen haben. Diese Konsequenzen können den Dienst, die schwule Szene und sogar das private Umfeld der Familie betreffen.
Insbesondere das Mobbing durch heterosexuelle Kolleginnen und Kollegen ist ein Risiko, das man nicht ausschließen kann. Zudem führt die Angst vor einer schlechten Beurteilung oft dazu, dass sich homosexuelle Polizeibedienstete nicht outen. Dennoch glaubte der Bundesvorstand fest an den Erfolg des 15. Bundesseminars.
Das große Ziel: Gründung der Landesgruppe VelsPol Bayern
Das gemeinsame Ziel der Organisation war es, im Vorfeld des Seminars die Gründung einer Landesgruppe Bayern voranzutreiben. Die Hoffnung, dies auf dem Bundesseminar zu realisieren, ging nun endlich in Erfüllung.
Alle Anstrengungen und Bemühungen seitens des Bundesvorstandes fanden in München einen positiven Abschluss. Die Landesgruppe VelsPol Bayern wurde erfolgreich gegründet.
Wichtige Unterstützung vor Ort
Dieser Erfolg war auch dank wichtiger Partner möglich. Ein besonderer Dank des Bundesvorstandes galt dem Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrum e.V. (SUB) in München. Ohne dessen Unterstützung wäre das Seminar nicht möglich gewesen.
Ebenso dankte der Vorstand den 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland. Sie waren zahlreich nach München gekommen. Allein durch ihre Anwesenheit konnten sie den Kolleginnen und Kollegen aus Bayern Mut machen.
Sichtbarkeit und Zuspruch
Teilnahme am CSD München
Gemeinsam mit den Mitgliedern der neuen Landesgruppe VelsPol Bayern zeigten die 70 Teilnehmenden nun ihre Gesichter. Sie nahmen geschlossen am Christopher Street Day (CSD) in München teil.
Die Reaktionen waren überaus positiv. Es gab zahlreiche positive Rückmeldungen zur Durchführung des Bundesseminars in München. Besonders die Teilnahme am CSD wurde von lautstarkem Beifall der Zuschauer am Rande der Marschstrecke begleitet.
Der Auftrag geht weiter
VelsPol blickt nach vorn
Dieser Zuspruch bestärkte alle darin, ihre Arbeit auch in ihren Bundesländern fortzusetzen. Maik Exner-Lamnek betonte jedoch: „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hin wollen!“
Trotz positiver Beispiele nach erfolgreichen Bekenntnissen gibt es leider viel zu oft noch negative Reaktionen. Der gemeinsame Auftrag mit den Landesgruppen muss unbedingt weitergehen. VelsPol muss innerhalb der Länderpolizeien weiter aktiv um Akzeptanz gegenüber homosexuellen Kolleginnen und Kollegen werben.
Ein "Rohling" und ein gestärkter Vorstand
VelsPol Bayern ist dabei ein wichtiger neuer Baustein. Maik Exner-Lamnek beschrieb die Neugründung als „ein zusätzlicher Rohling der nun mit Inhalt gefühlt werden kann.“
Um diese Arbeit bundesweit zu stärken, wurde der Bundesvorstand ebenfalls erweitert. Er wurde um eine Stelle mit einer Kollegin aus Brandenburg auf fünf Mitglieder vergrößert. Der Bundesvorstand wird alles daransetzen, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt.